Highheel des Monats: Hillgriet Eilers

Hillgriet Eilers ist 56 Jahre alt, ist verheiratet und hat eine Tochter. Sie lebt in Emden und war dort und oftmals in Asien in ihrem Beruf als Sinologin (Chinakundlerin) und Volkswirtin aktiv. Hillgriet war unter anderem auch an der Hochschule als Lektorin für Deutsch als Zweitsprache beschäftigt. Seit 15 Jahren ist sie im Rat der Stadt Emden und seit drei Jahren im Landtag. Seit kurzem ist sie auch Vorsitzende des FDP Bezirks Ems-Jade. Grund genug, ihr mal genauer „auf den Zahn zu fühlen“.

LiF: Guten Morgen, Hillgriet! Die Plenarwoche ist gerade rum, welche Themen haben euch diesmal besonders beschäftigt im Landtag?

Hillgriet: Guten Morgen! Da sind zum einen die ständigen Kernthemen der FDP. Das betrifft die falsche Weichenstellung in vielen Bereichen der Schulpolitik und natürlich immer wieder die Schuldenpolitik der Landesregierung, die oftmals großzügig ihre Klientel versorgt und ihren eigenen Apparat bedient. Meine eigenen Themen sind vielfältig. Zum einen bin ich Sprecherin für Häfen- und Schifffahrt, außerdem vertrete ich die FDP in der Kommission für Migration und Teilhabe. Ein wichtiges Feld sind die Eingaben. Im Petitionsausschuss bearbeite ich im Jahr etwa 1.100 Petitionen von Bürgerinnen und Bürgern. Im Präsidium des Landtages bin ich während der Plenarwoche regelmäßig in der Sitzungsleitung präsent.
Doch das alles überlagernde Thema ist die Flüchtlingspolitik. Die massiven Veränderungen, die unsere Gesellschaft momentan erfährt, wirken in fast alle Bereiche hinein, so dass kein Sitzungstag vergeht, an dem wir uns nicht mit diesem Thema beschäftigen.

LiF: Das klingt nicht nach einer üblichen 40-Stunden-Woche. Welche Tricks kannst du uns verraten wie man Beruf, Engagement und Privatleben unter einen Hut bekommt?

Hillgriet: Dadurch, dass ich relativ häufig Sitzungstermine in Hannover habe und für Hin- und Rückfahrten von Emden aus in der Regel sieben bis acht Stunden einzuplanen sind, bleibt eigentlich viel zu wenig Zeit für das Privatleben. Ich bin dankbar, dass meine Familie und meine Freunde Verständnis für mich haben. Wir sehen uns zwar seltener, aber wir nutzen die Zeit dann um so intensiver. Meine Tochter allerdings ist davon überzeugt, dass ich an meiner „work-life-balance“ noch arbeiten sollte.

LiF: Könntest du dir vorstellen, dass dieser Balanceakt ein Grund ist, warum sich weniger Frauen in der Politik engagieren?

Hillgriet: Unbedingt! Allerdings sind die Dinge eher vereinbar, wenn man in der Kommunalpolitik aktiv ist. Frauen sollten noch mehr Mut haben, sich zu engagieren. Politik macht (nicht immer, aber oft) Freude und man wächst daran, die Dinge durch das eigene Engagement zu beeinflussen.

LiF: Und was würdest du einer politisch interessierten Frau raten, wenn ihr euch auf einer Veranstaltung begegnet?

Hillgriet: Natürlich würde ich einer Interessentin gerne ein Gespräch anbieten, um gezielt unterstützen zu können. Ich empfehle den Einsteigerinnen, die Erfahrungen anderer Frauen zu nutzen, um schneller in die Politik hineinzuwachsen. Die Liberalen Frauen haben das Netzwerk, um das zu leisten. Außerdem mache ich Mut, nicht bei kleinsten Enttäuschungen, die Flinte ins Korn zu werfen.

LiF: Wir merken, politisches Engagement macht viel Spaß und der Einsatz lohnt sich! Auf welche politische Initiative/welchen politischen Erfolgt bist du besonders stolz?

Hillgriet: Freude an der Arbeit und am Ehrenamt hat man immer dann, wenn man Ziele gemeinsam erreicht. Ich bin glücklich darüber, dass ich schon viele Jahre mit den Leuten in meinem Kreisverband zusammenarbeite. Und das auch in Zeiten, als es der FDP nicht gut ging, niemand ausgetreten ist, sondern dass alle nach wie vor an einem Strang ziehen. Eine Ehre war es für mich, den Helene-Weber-Preis des Bundes für engagierte Kommunalpolitik zu erhalten. Es wäre schön, wenn ich selbst mal eine FDP Politikerin vorschlagen könnte.

LiF: Und welche politische Veränderung wünscht du dir am meisten?

Hillgriet: Ich werde mich auch weiterhin dafür engagieren, dass wir die große Herausforderung, die Millionen von Zuwanderern in unsere Gesellschaft bedeuten, bewältigen können. Ich wünsche mir, dass die große Idee „Europa“ noch eine Chance hat. Was das angeht, bin ich in ernster Sorge.

LiF: Zum Abschluss noch eine private Frage: Wie sieht dein perfekter freier Tag aus?

Hillgriet: Ein ausgedehntes Frühstück mit meiner Familie, ein Spaziergang mit unserem Hund, ein gutes Buch und dann gemeinsam kochen!

LiF: Ganz herzlichen Dank!

Hillgriet: Ich danke Euch!

Mehr über Hillgriet Eilers und Ihre Arbeit erfahren Sie auch auf Ihrer Internetseite www.hillgriet-eilers.de oder auf unserer Homepage www.liberale-frauen-nds.de.

Zurück